Grappa: Schnaps mit Tradition

Das italienische Wort „Grappolo“ – der Ursprung der heute als „Grappa“ bekannten Spirituose –steht für „Traube“ und symbolisiert einen traditionsreichen Schnaps, der seit der ersten Herstellung immer exklusiver und gefragter wurde. Erfahren Sie hier alles über seine Geschichte und Herstellung!

Geschichte und Herkunft des Grappa

Grappa ist ein sogenannter Tresterbrand, der aus den Schalen von Weintrauben gewonnen wird. Genau genommen handelt es sich bei Grappa also um ein Nebenprodukt der Weinherstellung. Noch vor einigen Jahrhunderten galt dieser Tresterbrand als Bauernschnaps und besass nicht annähernd das Ansehen, das der Grappa heute geniesst. Aufzeichnungen zufolge stammt Grappa aus dem Norden Italiens. Seine Geschichte kann bis ins 11. Jahrhundert zurückverfolgt werden, als die damaligen Kreuzzüge die Destillationstechnik ins Land brachten. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich Grappa zum italienischen Nationalgetränk, das schon bald massenweise produziert wurde. Daher vermutlich auch der anfangs schlechte Ruf als Bauerngetränk. Im 20. Jahrhundert wurde der Prozess der Destillation jedoch immer weiter verfeinert, sodass der Grappa diesen Ruf abstreifen konnte und immer mehr an Exklusivität gewann. Heute dürfen Tresterbrände nur dann Grappa genannt werden, wenn diese auch wirklich in Italien destilliert wurden.


Grappa: die Herstellung

Die Vorschriften zur Grappa-Herstellung sind streng reglementiert. Für die hohe Qualität des echten Grappas aus Italien darf ausschliesslich das direkte Destillationsverfahren verwendet werden. Unterschiede bei der Produktion gibt es dennoch: Die Traubensorte und der Zeitpunkt der Trennung von Trester und Most entscheidet über Geschmack und Aussehen des Grappas. Für ausserordentlich guten Grappa werden möglichst frische Trester verwendet. Diese werden während der Destillation in Kolben erhitzt. Durch die anschliessende Kühlung entwickelt sich aus den Dämpfen eine Flüssigkeit mit hohem Alkoholgehalt. Je nachdem, welche Grappa-Sorte produziert wird, kann sich dieser Prozess mehrfach wiederholen. Das sorgt zudem auch für einen möglichst reinen Grappa.


Lagerung von Grappa

Auch die Lagerung von Grappa in unterschiedlichen Holzfässern entscheidet über Geschmack, Farbe und Geruch. Herber Grappa entsteht meist in Eichenholzfässern, während Grappa aus Lagerung in Kirschholzfässern einen süsslichen Geschmack aufweisen. Besitzt Grappa eine sehr braune Farbe, steht das in den meisten Fällen für eine lange Lagerung in Fässern aus Kastanienholz. Je länger ein Grappa in Holzfässern gelagert wurde, umso intensiver ist auch sein Aroma.


Welche Rebsorten werden für Grappa verwendet?

Für einen Grappa mit einer sehr kräftigen Struktur werden in der Regel Rebsorten wie Cabernet Sauvignon, Barbera und Brachetto genutzt. Leichte und weiche Grappas entstehen dagegen häufig aus Refosco und Chardonnay. Moscato ist eine Rebsorte, aus der besonders fruchtige Grappas gewonnen werden können. Zu den wichtigsten Grappa-Regionen gehören unter anderem Trentino in Südtirol, Veneto, Piemont und Venetien. Doch auch die Toskana zählt mittlerweile zu den Herstellergebieten für Grappa, wie auch das Tessin. 

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